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30 Tage Pancha Karma in Kathmandu


AjasrikaIch wusste anfangs nur wenig über Ayurveda/Pancha Karma, hatte nur das unbestimmte Gefühl, dass ich in meinen Fünfzigern eine neue, tiefgehende körperliche Erfahrung machen möchte. Und genau das war es und zwar in einem Maße, das ich mir nicht hatte vorstellen können. Fühle mich tatsächlich wie neugeboren, auch noch Wochen nach meiner Rückkehr. Das Ayurveda Zentrum ist relativ klein, zumindest kleiner, als ich dachte. Dass ich zu der Zeit der einzige Dauergast war, hätte ich mir nicht träumen lassen und fand dies am Anfang sehr schade, weil ich wenig Möglichkeiten hatte, andere Menschen kennenzulernen, aber rückblickend gesehen war es ein Segen. Nur so fand ich die nötige Ruhe und zwangsläufig auch viel Selbstbesinnung. Die Ärztin Kopila Adhikari, bei der ich am zweiten Tag meine erste Vorstellung hatte, ist so unglaublich nett und versteht sehr viel von ihrer Arbeit, mein Vertrauen hatte sie vom ersten Moment an. Und ziemlich schnell hatte sie mich mit all meinen Stärken und Schwächen erkannt und meinen Typus sehr gut bestimmt. Mir persönlich ganz geduldig Atem- und Yogaübungen beigebracht. Das volle Pancha-Karma- Programm, speziell auf mich abgestimmt, hier zu schildern, würde zu weit führen, aber die Behandlungen waren allesamt wunderbar.  Am meisten liebte ich picu (heiße Ölauflagen), sirodhara (warmer Stirnölguss), Dampfbäder und pinda sveda (Kräutersäckchen), von den verschiedenen abhyangas (Vollkörpermassagen) gar nicht zu reden. Die intensive innere Ölung (durch Ghee-Trinken, was Toxine bindet) und die anschließenden Maßnahmen wie vamana (therapeutisches Erbrechen) und virecana/basti (verschiedene abführende) bewirken eine starke Entgiftung. Sie sind nicht unbedingt angenehm, aber ich habe schnell verstanden, was sie für einen großen Beitrag leisten im Gesamtprozess. Es hat vermutlich wenig zu tun damit, was in Deutschland an Ayurveda-Wellness angeboten wird. Aber für mich ist es keine Frage, was wirkungsvoller ist. Ein großes Dankeschön an Dhana, die Haupttherapeutin, und ihr Team!

Dafür, dass ich während meiner 5 Wochen dort noch so viel anderes sehen konnte und auch bei jedem meiner Ausflüge Glück mit dem Wetter hatte, bin ich sehr dankbar. Es ist eine andere Welt, der Hinduismus ist eine wirklich gelebte Religion, die Menschen haben so viele Rituale und Tempel dafür. Die drei Königsstädte (Kathmandu, Lalitpur, Bhaktapur) muss man gesehen haben, es gibt keine Wörter für ihre Schönheit und Besonderheit, und das auch nach dem Erdbeben (April/Mai 2015), dessen Zerstörungskraft noch allerorts sichtbar ist. Auch andere Ausflüge nach Chobhar, Swayumbhunath, Kloster Kopan, Bungamati, Khokana, Nagarkot und Pashupati waren unbeschreiblich. Es gibt eine Menge Dinge, die ich vermisse: Die Menschen im Zentrum, die Reisfelder in der Nähe, die immer hörbaren Kühe und Ziegen, das angenehme Klima (nicht zu warm und für mich auch nicht zu feucht trotz Monsun, im Gegenteil, mich stört hier jetzt die trockene Luft), das bekömmliche leckere Essen, die Ruhe und Gleichförmigkeit der Tage.

Ich danke Bishnu Karki von Yoga Reisen Asien, der mich schon Monate zuvor bestens beraten und betreut hat, und mir auch während der Zeit dort zur Seite stand (Beratung von Ausflügen, Fahrer, Guide …), besser hätte es nicht laufen können.

Ich kann nur alle ermuntern, sich auf das Abenteuer Nepal und Pancha Karma einzulassen. Das Land und die Leute haben es mehr als verdient und ich bin sicher, dass es für jeden eine großartige Erfahrung sein kann.

Bericht von Lucy aus Dresden, Sommer 2016